Stabilisatorsystem Wizard

Man hört und liest immer wieder, dass Stabilisatoren so steif wie möglich sein sollten. Dies ist eine weit verbreitete Wunschvorstellung, aber dennoch ein verhängnisvoller Irrtum  
Jedes noch so steife Stabisystem wird durch den Abschussschock, vor allem aber durch die Zitterbewegungen des Schützen beim Zielen, in Schwingungen versetzt, die postwendend wieder in den Bogen zurück geleitet werden und so die Zitterschwingungen „am Leben erhalten“ und mit abnehmender Muskelkraft immer stärker werden - so lange das gesamte System nicht mit einer wirkungsvollen Dämpfung ausgestattet ist.

Stellen Sie sich doch nur vor, wie bockig z.B. ein Auto mit einem extrem steifen Fahrwerk, aber ohne Stoßdämpfung, über die Straße hoppeln würde. Denken Sie dabei bitte auch daran, wo beim Auto die Dämpfung angeordnet ist, nämlich zwischen der Karosserie als der Hauptmasse und dem Fahrwerk, nicht etwa außen an der Radachse, wie dies im übertragenen Sinn bei den gegenwärtig angebotenen Stabisystem der Fall ist. Hier sind am äußersten Ende der Stabis unterschiedlich gestaltete  „Dämpfungselemente angebracht, die dort ein ausgesprochen wirkungsloses Dasein fristen. Doch zurück zum Auto. Hier dämpfen die Stoßdämpfer  Stöße, gleich ob diese von der Karosserie oder vom Fahrwerk ausgehen. Das heißt, die Dämpfung tötet die Schwingungen in beiden Richtungen ab.
Dies als kleine Hilfestellung zum Verständnis der Schwingungs- und Dämpfungsvorgänge beim Bogen und auch des Funktionsprinzips unseres Stabisystems Wizard.

Natürlich ist unser System auch für Compoundbögen geeignet und auch als Jagdstabilisatoren erhältlich. Die Konfiguration, d.h. die Anordnung und Massenverteilung der einzelnen Stabis ist dabei absolut zweitrangig und kann nach persönlichen Vorlieben erfolgen.
Das Stabisystem Wizard, auf deutsch Zauberer,  ist nach neuesten Erkenntnissen konstruiert und abgestimmt. Es ist in der Lage, die Zitterbewegungen, die vom Muskeltremor des Schützen erzeugt und in das Bogenmittelteil eingeleitet werden, bereits bei ihrer Entstehung auszulöschen, gleichsam „wegzuzaubern“.
Es basiert auf einer bereits in den siebziger Jahren angewandten Konstruktion, bei der zwischen dem Mittelteil und den Stabistangen weiche Schwingungsdämpfer angeordnet waren. Dieses bereits damals außerordentlich wirkungsvolle System kam jedoch in den späteren Siebzigern wieder aus der Mode, weil zu dieser Zeit der lange Monostabi mit den zwei Konterstabis Einzug hielt, aber die geeigneten Werkstoffe wie z.B. Kohlefaserrohre und gewisse hoch belastbare plastische Kunststoffe noch nicht verfügbar waren, um dieses „fußgedämpfte“ Stabisystem auf lange Stabistangen umrüsten zu können. So schossen nach und nach zahlreiche Varianten von Stabikonstruktionen wie Pilze aus dem Boden, die aber allesamt so gut wie keine oder nur sehr begrenzt wirksame Dämpfungen aufwiesen, und das alte „fußgedämpfte“ Stabisystem, mit dem übrigens John Williams 1972 in München seinen Olympiasieg errang, geriet in Vergessenheit.

Das jetzige Stabisystem Wizard stellt vor diesem Hintergrund dennoch eine völlig neue und fortschrittliche Weiterentwicklung in Bezug auf Konstruktion, Werkstoffe und Funktion, sprich Dämpfungsvermögen dar.
Die beiden herausragenden Vorteile, die das System bietet, sind zum einen
- die extrem kleine Angriffsfläche für Seitenwind dank des geringen Stangendurchmessers von nur 10 mm und der schlanken Gewichte und zum anderen
- die außerordentlich hohe Dämpfungsleistung auf Grund des speziellen Aufbaus der Schwingungsdämpfer und ihrer Anordnung am Fuße der Stabistange d.h. zwischen dem Bogen und der Stabistange.
Durch diese Anordnung werden die Zitterschwingungen, die vom Muskeltremor des Schützen erzeugt werden, bereits in den Schwingungsdämpfern gestoppt und können sich nicht in die Stabis fortpflanzen, noch können sie von den Stabis wieder in das Mittelteil zurück geleitet werden.
Auf Grund dieser beidseitigen Dämpfungswirkung können auch stoßartige Bewegungen der Stabis, die von böigen Seitenwinden verursacht werden, nicht in das Bogenmittelteil und somit auf das Visier übertragen werden
Bogenschützen, die diesem System bereits testen konnten, berichteten spontan, dass sie sich nicht erinnern könnten, jemals so mühelos und so ruhig gezielt zu haben.

Aufbau des Systems
Die Stabis bestehen jeweils aus einer integrierten Einheit, bestehend aus einem leistungsfähigen Schwingungsdämpfer, einer Stabitstange aus dickwandigem Carbonfaserrohr mit einem Außendurchmesser von nur 10 mm und extrem hoher Biegesteifigkeit und einem aufgeschraubten Gewicht.
Monostabis werden in Längen von 28 und 30 Zoll und Konterstabis in Längen von 10, 12  und 14 Zoll angeboten.
Es stehen drei austauschbare Gewichte von 60 g, 100 g und 140 g zur Verfügung.
Alle Teile werden ausschließlich in Deutschland gefertigt und bürgen für ein hohes Qualitätsniveau.


Gerhard Gabriel